
2 Varianten
2.1 Landung bei böigem Wind
Die Landung erfolgt mit höherer Grundgeschwindigkeit, um bei einer Böe von hinten nicht gleich vom Himmel zu fallen.
Weiter erfolgt der Endanflug relativ steil, um nicht ewig in der stark turbulenten Bodenschicht rumkrebsen zu müssen. Die Landung bei böigem Wind ist definitiv nichts für Einsteiger, die eigentliche Landeprozedur muss bei böigem Wind automatisch laufen, da der Pilot zusätzlich mit allen vier Funktionen aktiv alle möglichen Böen und Störungen ausgleichen muss.
2.2 Landung bei gleichmässigem Gegenwind
Soweit kein Problem, da die Geschwindigkeit über Grund hier Fluggeschwindigkeit minus Windgeschwindigkeit ist ist der Anflugwinkel bei gleichem Sinken entsprechend steiler als bei Windstille.
2.3 Landung bei Seitenwind
Hierbei kann das Flugzeug im Extremfall mit 45 Grad Schräglage zur Landebahn reinkommen. Dies ist nicht weiter schlimm, man muss einfach daran denken, nach der Landung mit dem Seitenruder das Modell wieder in Fahrtrichtung zu drückten, um keinen Überschlag zu produzieren.
Bei den Grossen gehört die Seitenwind-Landung zum Standard-Testprozedere:
(Quelle: Youtube "Fantastic Video of Crosswind Landings"
)
2.4 Landung bei Rückenwind
Macht man nicht
. Und wenns doch sein muss, dann versuchen sie so gut wie möglich die korrekte Geschwindigkeit des Modells gegenüber der Luft zu fühlen. Ausnahmslos alle Piloten fliegen mit Rückenwind effektiv langsamer als sie meinen und beim Fliegen nahe an der Minimalfahrt ist das für das Modell tödlich. Die Geschwindigkeit gegenüber dem Boden ist hier Fluggeschwindigkeit PLUS Windgeschwindigkeit, der Anflugwinkel dementsprechend flach, und man muss schon recht gut zielen können, um nicht hoffnungslos über die Landebahn hinweg zu rauschen.
2.5 Landung mit Hindernis im Endanflug.
Hier bleibt einem nichts anders übrig als schräg anzufliegen und vor dem Aufsetzen noch einmal zu drehen. Machen sie dabei den Kurvenradius möglichst gross und fliegen sie mit etwas Überfahrt an, da die Minimalfahrt des Modells in der Kurve höher ist als auf der Geraden. Die ganze Sache ist nur für leute mit etwas Landeerfahrung zu empfehlen, Einsteiger verschätzen sich beim Zielen meist grauenhaft.
PS: In Hong Kong dürfen auch die Grossen so anfliegen
:
(Quelle: Youtube "Cathay Pacific 747 landing at Hong Kong Kai Tak"
)
2.6 Variation des Endanflugwinkels
Shockflyer und Modelle mit Luftbremsen können ihren Anflugwinkel problemlos auf 40 Grad hochschrauben. Je steiler der Anflug, und folglich je höher die Sinkrate, desto genauer muss jedoch der Abfangzeitpunkt passen. Einsteiger tun daher gut daran, eher flach anzufliegen, da sie so im Zweifelsfall auch ohne abzufangen aufsetzen können, ohne dabei gleich das Modell zu zerlegen.
2.7 Weglassen von Gegen- und Queranflug
Speziell bei nem 3D-Programm wirkt es nicht so doll, wenn der Pilot nach diversen Manövern in Bodennähe zum landen wieder auf 20m steigt, um dann das komplette Programm mit Gegen-, Quer-und Endanflug durchzunudeln. Wenn mans kann kann man sein Programm daher so gestalten, das es in Verlängerung der Landebahn 2m über dem Boden aufhört. In dieser Höhe reduziert man in einem kurzen Gleitflug die Geschwindigkeit um dan einen Mini-Endanflug mit 2m Höhenverlust zu machen.
2.8 Harrierlandung
Wenns eng wird oder wenns ins Programm passt bietet sich die Harrierlandung an. Aufgesetzt wird dabei mit 30-45 Grad Anstellwinkel mit dem Sporn zuerst ("Arsch voran"
), anschliessend lässt man das Modell ins Fahrwerk sinken und nimmt das Gas zurück. Die ganze Prozedur mit Gegen-, Quer- und Endanflug kann man sich sparen, im Harrier ist man langsam genug um "freestyle" zu landen.
Die Harrierlandung ist auch oft die einzige Möglichkeit, das Modell auf hier heil runter zu bringen.
2.9 Die saubere Landung
Zwischen dem "Modell heil runterbringen" und einer sauberen Landung liegen Welten. Und da die Landung die letzte Figur ihres Flugprogrammes ist wird sie dem Publikum auch gut im Gedächtnis bleiben. Von dem her ist es elementar das die Landung nicht nur genügend sondern sauber ausgeführt wird. Das verlangt intensives Training, bei dem das Fahrwerk neben der maximalen Festigkeit auch seine Dauerfestigkeit beweisen muss
.
2.10 Die Notlandung
...steht immer dann an, wenn man mal wieder den Akku leergeflogen hat oder der Verbrenner in der Luft verreckt. Um das im Training zu simulieren kann man auch einfach in einem unschönen Moment den Motor abstellen
.
Nach dem Motorabsteller muss man als erstes mal kräftig drücken um Fahrt aufzunehmen, ein Strömungsabriss liegt jetzt nicht mehr drin, ohne Motor benötigt man ne Menge Höhenmeter, um sich nach einem Abriss wieder zu fangen. Als nächstes folgt der Landeanflug, je nachdem wo und wie hoch man ist muss man den anders gestalten. Je mehr Landungen man bis dahin absolviert hat und je besser man sein Modell kennt desto einfacher fällt einem dabei jetzt die richtige Routenwahl. Ist man zu hoch dann kann man die Resthöhe genüsslich mit Vollkreisen verbraten, ist man zu tief um zum Platz zurückzukommen dann muss man sich einen möglichst ebenen Landeplatz ausserhalb suchen.
Hinweise:
Der Endanflug erfolgt relativ zügig, 20cm über dem Boden wird abgefangen und ausgeschwebt. Der gesamte Landeanflug (abgesehen vom Ausschweben), passiert mit etwas Überfahrt. Im Endanflug hat man nicht mehr gross Korrekturmöglichkeiten, da heisst es dann Endanflug durchziehen und hoffen, dass man aufgrund guter Vorbereitung die Landebahn treffen wird.
Wenn man in den Kurven wirklich eng rum muss und noch genügend Höhe hat dann fliegt man sie am besten mit einem Sinkwinkel von 20-45 Grad, hierbei ist die Gefahr eines Strömungsabrisses wesentlich geringer. Wenns wirklich eng sein muss kanns auch mal ne senkrechte Schraube oder ein Abschwung sein.
Suchen sie sich fürs Training der Notlandungen anfangs eine grosse Landefläche, und achten sie anfangs nur darauf, die Fluggeschwindigkeit korrekt zu halten und die Modellbewegungen zu "fühlen". Erst wenn sie das im Schlaf beherrschen können sie sich mit dem genauen Treffen einer Landebahn auseinandersetzen.
3.13 Die Handlandung
Der Pilot steht mit dem Rücken zum Wind und fliegt etwas seitlich zu sich im Rückenharrier an. Direkt vor/neben sich drückt er das Modell ins Rückenhovern, packt es mit der Nicht-Gashand hinter der Kabinenhaube, nimmt das Gas schlagartig raus und bewegt die Gashand sofort etwas vor den Schwerpunkt unter den Rumpf. Mit diesem Bewegungsablauf kann man auch filigran gebaute Modelle relativ sicher aus der Luft pflücken.
Macht man solche Landungen öfter dann macht es Sinn, die beiden Angreifstellen am Rumpf gegen den Händedruck mit Styropor von innen zu schützen.
Hinweis: Die Handlandung ist riskant, wenn sie sich den Propeller des Modells in die Halsschagader fräsen wirds lebensgefährlich. Überlegen sie sich deshalb gut ob und mit welchen Modellen sie das machen wollen und sorgen sie dafür, das bei solchen Aktionen IMMER ein entsprechend geschulter Helfer mit einem Verbandskasten anwesend ist.
| Änderungen an dieser Seite |

Fabian Günther