
3 Räumliche Rollfiguren
3.1 Vertikale Rollen
Was isses?
Senkrechter Steig- oder Sinkflug mit integrierten Rollen um die Längsachse.
Überlegungen zu den vertikalen Rollen
Varianten
1 Flugrichtung (links/rechts)
2 Rollrichtungen (Uhrzeigersinn, Gegenuhrzeigersinn)
Anzahl Rollen pro Gerade
4 Ein-/Ausflugslagen (Bauchflug, Rückenflug, Rechtsmesserflug, Linksmesserflug).
Wo hängts?
Hier ists ähnlich wie bei der ebenen Vierpunktrolle, die Übergänge müssen in den Kopf.
STP
Übung 1: Fliegen sie zuerst Vierpunktrollen. Rollen sie dabei beim Steig- wie beim Sinkflug in die gleiche Richtung. Fliegen sie nach jeder Viertelrolle solange gerade, bis sie das Modell wieder in der korrekten Flugbahn stabilisiert haben. Die Anzahl Viertelrollen pro Steig-/Sinkflug ergibt sich dann automatisch.
Übung 2: Platzieren sie jetzt genau eine Vierpunktrolle in jedem Steig-/Sinkflug.
Übung 1: Fliegen sie Endlosrollen, platzieren sie ebenfalls eine Endlosrolle pro Steig-/Sinkflug.
Übung 4: Wechseln sie während eines Steig-/Sinkfluges die Rollrichtung.
Grenzbereich
Die schnellstmögliche Rollgeschwindigkeit, die sie noch unter Kontrolle behalten können.
3.2 45-Grad Rollen
Was isses?
Rollenflug im 45-Grad Steig- oder Sinkflug.
Überlegungen zu den 45-Grad-Rollen
Varianten
2 Flugebenen (xz-Ebene, yz-Ebene)
2 Positionen für das Tiefe Ende (links/rechts, vorne/hinten)
2 Rollrichtungen (Uhrzeigersinn, Gegenuhrzeigersinn)
4 Ein-/Ausflugslagen (Bauchflug, Rückenflug, Rechtsmesserflug, Linksmesserflug).
Anzahl Rollen pro Gerade.
Wo hängts?
Die 45-Grad Rollen sind ein Zwischending zwischen ebenen und vertikalen Rollen, am Anfang kann es da leichte Irritationen mit Seiten- und Höhenruder geben.
STP in der Einheitsschlaufe
Für das Training der 45-Grad rollen müssen sie die ebene Einheitsschlaufe wie auf nebenstehendem Bild modifizieren.
Übung 1: Fliegen sie in der Schräge eine Vierpunktrolle, Die Schräge mit dem tiefen Ende Links, Ein-/Ausfluglage Bauchflug. Rollen sie dabei beim Steig- wie beim Sinkflug im Uhrzeigersinn.
Übung 2: Machen sie aus den Vierpunktrollen Endlosrollen.
Übung 3: Wiederholen sie die Übungen 1 und 2 für die anderen Varianten.
Grenzbereich
Schnellstmögliche Rollgeschwindigkeit, die sie noch unter Kontrolle behalten können.
Tipps
Nehmen sie das Gas im Sinkflug nicht ganz zurück, da sonst der Messerflug wegen mangelnder Anströmung des Seitenruders nicht mehr klappt.
3.3 Rollenlooping
Was isses?
Wie der Name schon sagt, ein Positiv-/Negativ-Looping mit integrierten Rollen.
Überlegungen zum Rollenlooping
Varianten
2 Flugebenen (xz-Ebene, yz-Ebene)
2 Rollrichtungen (Uhrzeigersinn/Gegenuhrzeigersinn)
4 Ein-/Ausflugspunkte (vorne, rechts, hinten, links)
2 Ein-/Ausflugsrichtungen (vorne/hinten, links/rechts)
4 Ein-/Ausfluglagen (Bauchflug, Rechtsmesserflug, Rückenflug, Linksmesserflug)
Anzahl Rollen pro Kreis (1, 1.5, 2, 3, 4)
Wie macht man's?
Im Rollenlooping wirkt die Schwerkraft relativ zum Modell ständig in eine andere Richtung, so dass das Rollenlooping-Steuerschema im Prinzip ein extrem verzerrtes Rollenkreis-Steuerschema darstellt. Der "Verzerrungsgrad" des Steuerschemas ist dabei so hoch, das es sinnvoller ist das Rollenlooping-Steuerschema ganz neu zu erlernen und nicht von dem Rollenkreis-Schema abzuleiten.
Wo hängts?
In der senkrechten Abwärtspassage stehen sie unter Zugzwang, wenn sie sich da nicht innert weniger Sekunden für den korrekten Abfangbogen entscheiden ist die Sicherheitshöhe verbraten und sie dürfen ein Not-Abfangmanöver einleiten.
Ich hatte beim Rollenlooping im Vergleich zum Rollenkreis deutlich mehr mühe, mir die Figur geometrisch korrekt vorzustellen.
STP in der Einheitsschlaufe
Trainieren nach untenstehendem Schema in der xy-Ebene mit Ein-/Ausflugspunkt oben oder unten (1) und einer Rolle/Kreis zuerst für eine Drehrichtung nacheinander alle vier Ein-/Ausflugslagen. Sobald das klappt trainieren sie diese vier Ein-Ausflugslagen für die andere Rollrichtung.
Übung 1: Modellbewegung erfassen: Führen sie ihr Stickplane langsam durch den Rollenlooping. Prägen sie sich das Flugbild genau ein. Legen sie anschliessend das Stickplane beiseite, schliessen sie die Augen und gehen sie die Modellbewegung im Kopf durch. Sollte irgendwo noch ein verschwommener Fleck oder eine Unsicherheit da sein, dann fliegen sie den Teil des Rollenloopings nochmals mit dem Stickplane. Wiederholen sie diesen Schritt solange, bis sie sich die Bewegung des Modells einwandfrei und ohne Lücken vorstellen können.
Übung 2: Steuerschema Erfassen: Führen sie das Stickplane erneut durch die Figur und überlegen sie sich, wann sie bei Höhen- und Seitenruder was steuern müssen. Notieren sie sich die Ausschlagsrichtungen während des Loopings. Eine mögliche Notation wäre z.B. folgende (die Angegebenen Fluglagen sind die Fluglagen am untersten Punkt des Loopings):
Rollrichtung Gegenuhrzeigersinn:
![[Looping]](images/0065_0006t.jpg)
Steuern sie die notierten Bewegungen "trocken" (=ohne Modell in der Luft) am Sender und prägen sie sich das Knüppelschema ein. Schliessen sie anschliessend erneut die Augen, lassen sie ihr Modell in Gedanken durch die Figur fliegen und machen sie die entsprechenden Knüppelbewegungen dazu. Wiederholen sie das bis sie die Knüppelbewegungen einigermassen zustande bringen.
Übung 3: Steuerschema übertragen: Starten sie ihr Modell und setzen sie in genügender Sicherheitshöhe den Rollenlooping an. Es muss einmal oben rum gehen, Ein- und Ausflugspunkt müssen an der selben Stelle sein und im kreis muss eine Rolle platziert sein. Der Rest ist vorerst egal. Machen sie, sobald ein einzelner Loop klappt, mehrere direkt nacheinander, bis sie sich mit dem Steuerschema wohl fühlen.
Sobald das klappt können sie die anderen Rollenkreisvarianten nach dem gleichen Schema erlernen, je nachdem können sie das Schema auch etwas abkürzen.
STP/BFP
Jetzt geht es darum, aus diesem "Ding" das sie da fabrizieren, einen anständigen Rollenlooping zu machen. Dafür ist es nötig, sich von dem starren Steuerschema zu lösen und Ungenauigkeiten aktiv auszusteuern.
Fliegen sie die Loopings sehr gross (mindestens 10-15 Sekunden für einen Looping) und achten sie auf folgende Punkte:
- Jeweils nach einem Viertellooping muss sich das Modell auch um 90 Grad um die Längsachse gedreht haben. Um dieses Ziel zu erreichen dürfen sie falls nötig auch mal ruckartige Steuerbewegungen und beschleunigte Drehungen einbauen. Falls sie zu weit gedreht sind dann versuchen sie, vor Erreichen der Viertelkreismarkierung wieder in die korrekte Lage zurückzudrehen.
- Gestalten sie den Rollenlooping so rund wie möglich, versuchen sie auch Ein- und Ausflugspunkt auf der gleichen Höhe zu halten.
- Steuern sie das Gas aktiv mit, so dass eine gleichmässige Fluggeschwindigkeit resultiert. Kontrollieren sie mittels "Taktzählen" jeweils nach einem Viertelkreis, ob alle Viertelkreisbögen genau gleich lang sind.
- Steuern sie Böen und anderen Ungenauigkeiten aus.
Sobald das klappt sorgen zusätzlich dafür, dass die Fluglage nach jeder Achteldrehung stimmt und dass die Rollbewegung dazwischen nicht mehr merklich beschleunigt oder ruckartig ist.
Machen sie mit den Rollenloops eine Korkenzieherbewegung mit einem festgelegten Versatz zwischen zwei unteren Scheitelpunkten.
Fliegen sie mit Versatz in der Rollebene, wahlweise nach oben/unten oder nach links/rechts.
Wiederholen sie die vorherigen Übungen, diesmal aber mit 2, 3 und schliesslich 4 Rollen pro Kreis.
Grenzbereich
Dieser liegt ist analog zum Rollenkreis beim engstmöglichen Rollenlooping. Der kleinstmögliche runde Rollenlooping ist hierbei noch etwas grösser als der kleinstmögliche runde Rollenkreis, da im Rollenlooping die Schwerkraft nicht mehr gleichmässig wirkt. Der Rollenloop mit immer engstmöglichem Kurvenradius ergäbe eine schlaufenartige Vorwärtsbewegung, hier muss man in der oberen Hälfte gezwungenermassen nicht den engstmöglichen Kurvenradius fliegen.
Tipps
Wenn sie Stress mit dem Steuerschema bekommen und ihnen die Maschine anfängt zu eiern, dann vergrössern sie den Loopingdurchmesser und achten sie aufs Klickschema.
Fliegen sie den Rollenloop im BFP abwechslungsweise seitlich und längs zu sich, damit sie Bahnabweicheungen (Korkenzieher und eieriger loop) gut sehen und aussteuern können.
Falls sie Orientierungsprobleme oder Unsicherheiten beim Steuern bekommen dann landen sie und gehen die Sache nochmals mit dem Stickplane und in Gedanken durch.
Durch den wechselnden Einfluss der Schwerkraft ist es bei grossen und langsamen Rollenloopings nötig, teilweise entgegen der "theoretischen" Steuerrichtung zu steuern (Beispiel Messerfluglage im oberen Teil des Loopings).
Bei einem constant-speed-Rollenlooping ist die Ruderwirkung beim steigenden Teil (Fahrwind+Propellerwind) stärker als beim fallenden Teil (nur Fahrtwind).
Üben sie die Rollenloopings in ausreichender Sicherheitshöhe, hier werden sie beim Abfangen anfangs eher irritiert nach unten trudeln...
Überlegungen
(1) Beim Ein- Ausflugspunkt unten kann man die Sicherheitshöhe besser einhalten (man beginnt in Sicherheitshöhe, kämpft sich hoch und weiss beim fallen dann noch sehr genau wo man angefangen hat), beim Ein-Ausflugspunkt oben hat man den schwierigeren Teil des Loopings (in der Abwärtspassage steht man unter Zugzwang, da man bei Unklarheiten nicht einfach langsamer werden kann) zuerst, kann sich entsprechend darauf vorbereiten und kann sich dann bei der anschliessenden Aufwärtspassage "erholen".
Ich empfand die Rollenloops mit einer Messerfluglage am unteren/oberen Punkt als deutlich schwieriger. Einerseits habe ich am Anfang oft die Orientierung verloren, andererseits erfordert das abfangen vom senkrechten Fall in die gerade ein sehr genaues Timing, ist man kurz nach der Senkrechten bereits im Messerflug hat man das Vergnügen die Kiste ohne Unterstützung der Tragflächen abzufangen, und das ist gerade bei Modellen mit wenig Rumpfseitenfläche schlicht nicht möglich. Bei solchen Modellen kann es sogar nötig werden, bei diesem Abfangbogen etwas verspätet in die Messerfluglage zu drehen, um beim Abfangen möglichst lange mit den Tragflächen unterstützen zu können. Das Publikum (sofern es nicht gerade aus Punkterichtern besteht
) wird diesen Trick nicht bemerken.
Darfs noch ein bisschen mehr sein?
Zwischen 1:22 und 1:55 zeigt Mark Leseberg, wie schnell man in einem Rollenloop rollen kann, wenn mans kann
.
(Quelle: Youtube "EXFC 2007 - Mark Lesberg(USA)"
)
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![[Looping]](images/0065_0007t.jpg)
![[Looping]](images/0065_0008t.jpg)
Fabian Günther