
2 Der Weg vom Nullpunkt zum Traummodell
So, wenn sie Einsteiger sind, dann haben sie jetzt ein Problem: Um ihren Erstflug sicher zu überstehen müssen sie wie im vorigen Kapitel erwähnt Bauen und Fliegen können, nur wo sollen sie dass denn lernen, wenn beides beim ersten Versuch gleich klappen muss?
Es gibt einige Methoden um dieses Problem zu bewältigen. Diese Methoden möchte ich ihnen im Folgenden vorstellen.
2.1 Das erste Modell
Im ersten Schritt geht es darum, das Fliegen zu erlernen, so dass sie am Schluss ihr erstes Modell sicher durch die Luft bewegen können. Das erste Modell ist dabei recht robust, verzeiht Flugfehler grosszügig, bietet gleichwohl Potential um sie einige Monate zu beschäftigen und fliegerisch weiterzubringen, ist einfach aufzubauen, einfach zu reparieren und recht günstig.Um dieses Ziel zu erreichen haben sie 4 Möglichkeiten:
1. Try and error
Sie bauen sich ihr erstes Modell, starten es, stürzen ab, reparieren es wieder, starten erneut, stürzen wieder ab, reparieren wieder etc... Wenn sie sich schlau anstellen werden ihre Flugsequenzen immer länger und irgendwann können sie das Modell fliegen...
Machen sie das um Himmels Willen nicht so! Diese Methode ist eine absolut sinnlose Verschwendung von Zeit, Energie und Material und sie kommen, falls sies überhaupt schaffen, innert nützlicher Frist auf keinen grünen Zweig. Auch die Legende, das durch das ständige Abstürzen die "Personlichkeit" des Piloten geformt wird ist völliger Humbug, das einzige was bei dieser Aktion geformt wird sind vielleicht Magengeschwüre, und die haben keine Persönlichkeit
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2 Fluglehrer
Der Fluglehrer verbindet ihre Fernsteuerung über ein Kabel mit Seiner. Sie können ihr erstes Modell steuern, und sobald sie in der Luft Mist bauen beginnt der Lehrer zu steuern, fängt das Modell ab, stabilisiert es wieder und lässt sie weiterfliegen. Während der Lehrer seine Knüppel bewegt empfängt das Modell nur noch seine, aber nicht mehr ihre Steuersignale. Dieses System wird als Lehrer-Schüler-System bezeichnet.
Mittels Lehrer-Schüler-System ist es möglich, das Fliegen mit dem ersten Modell bruchfrei zu erlernen. Weiter hat man einen Profi neben sich, der einem mit Tipps hilft und sich entwickelnde schlechte Angewohnheiten schon früh erkennt und sie darauf aufmerksam macht. Diese Methode funktioniert sehr gut. Sofern sie einen Fluglehrer finden, der sich die benötigte Zeit nimmt: Zuschlagen, so eine Gelegenheit hat man nicht oft!
3 Simulator
Am Simulator erlernen sie die fliegerischen Grundlagen. Die Sache basiert dabei wie beim Lehrer-Schüler-System darauf, dass ein Steuerfehler für Modell und Pilot keine Konsequenzen hat. Während in echt der Fluglehrer eingreift und einen Absturz verhindert stürzen sie im Simulator zwar bei jedem groben Fehler ab, das Modell steht aber nach wenigen Sekunden wieder abflugfertig auf der Piste. Sobald sie das Modell im Simulator beherrschen können sie auf ihr erstes Modell in echt wechseln.
Bei den ersten Flügen in echt sollten sie sich ans Lehrer-Schüler-Kabel nehmen lassen (siehe Variante Fluglehrer), rein durch die Aufregung fallen die meisten Simulatorschüler beim Erstflug sonst wie ein Sack Kartoffeln vom Himmel...
4 Dummys
Sie Arbeiten sich über eine reihe von Dummymodellen hoch. Diese Dummys fliegen derart eigenstabil, dass sie auch der blutigste Anfänger nicht versenken kann. Bei denen kann man voll Seitenruder reinhauen, die fliegen einfach nur ne Kurve. Sobald sie einen Dummy, der ihrem ersten "richtigen" Modell schon recht nahe kommt, sicher beherrschen, können sie auf ihr erstes Modell wechseln.
Die Dummymethode funktioniert, allerdings werden sie innert weniger Wochen mehrere Dummys durcharbeiten. Sobald sie nämlich die Sache mit links-rechts raus haben, bietet ihnen der erste Dummy keinerlei Möglichkeiten mehr fürs weitere Training. Sie müssen ihn dann entsprechend umbauen (oder einen neuen bauen), so dass er empfindlicher auf das Höhenruder reagiert und ihnen so die Möglichkeit bietet, mit dem Training fortzufahren. Diese Um- oder Neubauerei ist teuer und zeitintensiv.
Die Dummymethode funktioniert zwar, ist aber übelst aufwändig. Methode 2 und 3 gehen da bedeutend eleganter. Besser als Methode 1 ists aber allemal.
2.2 Die Modellreihe
Nehmen wir jetzt an, Sie haben es geschafft, der erste Alleinflug mit dem ersten Modell ist heil überstanden. Und Ihr Ziel ist ein Turbinenjet...
Beginnen sie, mit ihrem ersten Modell zu trainieren, bis sie es blind und in allen Manövern, die möglich und sinnvoll sind, beherrschen. Sobald sie soweit sind, können sie auf ein schwieriger zu fliegendes Modell wechseln und sich so über mehrere Modelle zum Wunschmodell hochhangeln.
Die Schwierigkeit besteht hier darin die Schritte zwischen den einzelnen Modellen nicht zu gross und nicht zu klein zu machen. Zu grosse Schritte bedeuten einen Absturz des neuen Modells, mit zu kleinen Schritten kommen sie innert nützlicher Frist nicht vorwärts.
Wenn sie die Modelle auch in der Bauausführung immer anspruchsvoller werden lassen, dann eignen sie sich auch die benötigten Baukenntnisse stückweise an.
2.3 Hintergrundwissen
Für den Aufbau und den Betrieb ihrer Modelle (das gilt ganz besonders für ihr erstes Modell!) benötigen sie einiges an Hintergrundwissen über das Fliegenlernen, über Komponenten, Aerodynamik und Bautechniken. Einiges davon finden sie auf meiner Webseite, entweder in Form von Texten oder in Form von Links zu anderen Seiten. Im Laufe der Zeit bauen sie sich so ihren eigenen Wissensschatz auf.
2.4 Hilfe von Erfahrenen Piloten
Bei jedem Wechsel auf eine neue Modellklasse (und ganz besonders beim ersten Modell): Bitten sie einen erfahrenen Piloten, dem sie vertrauen, ihnen bei der Modellauswahl und beim Aufbau wo nötig zu helfen. Lassen sie insbesondere ihr erstes Modell vor dem Erstflug von einem erfahrenen Piloten durchchecken, der sieht eventuelle Baufehler meistens noch am Boden.
2.5 Weiter Gehts
So, das wars schon vom Grundsätzlichen her. Sie können sich jetzt getrost kopfüber ins Hobby Modellflug stürzen. Die nächsten paar Seiten auf meiner Homepage sollen ihnen dabei helfen, die ganzen Details des Einstieges zu meistern.
Viel Erfolg
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Fabian Günther