
2 Simulatortraining: Bauchflug mit Seitenruder
Was isses?
Normaler Bauchflug, bei dem in der Kurve mit dem Seitenruder das Schieben des Modells unterbunden wird.
Uuml;berlegungen zum Bauchflug mit Seitenruder
Wie macht man's?
Der Kurvenflug mit Seitenruder findet zwischen zwei Extremformen statt. Die erste wäre der Flug ganz ohne Seitenruder, die zweite das Herumdrücken des Rumpfes mit waagrechten Tragflächen. Irgendwo dazwischen liegt die Kombination, bei der das Modell am wenigsten schiebt, zwischen dem geringsten Schieben und dem zweiten Extrem liegt die Kombination mit dem geringsten Höhenverlust bei konstantem Gas. Slowflyer werden meistens in der Nähe der Kombination mit dem geringsten Höhenverlust bewegt. Das Seitenruder bleibt dabei in der Kurve immer ausgeschlagen, mit dem Querruder wird die Schräglage gehalten.
Die Typfrage
Bei den Übungen zum Bauchflug ohne Seitenruder sind sie am Simulator bereits nach kurzer Zeit sehr Tief geflogen, entsprechend häufig hats gekracht. Da sie als Einsteiger noch nicht wissen können, wie gut sie später Simulatorflug und Echtflug auseinanderhalten können, trainieren sie ab jetzt am Simulator wie Typ 2-Pilot, das bedeutet sie fliegen am Simulator genau gleich sorgfältig wie in Echt, inklusive Einhalten der Sicherheitshöhe und dem korrekten Verhalten bei Verhalten bei Verknüpplern. Die Fluglage, auf die sie nach Verknüpplern wechseln ist für den Anfang der Geradeausflug.
STP
Übung 1: Fliegen sie ganze Kreise, mit dem Seitenruder gesteuert. Halten sie die Tragflächen dabei mit Gegenquerruder horizontal, und halten sie Höhe und Geschwindigkeit konstant. Trainieren sie Kreise im Uhrzeigersinn (von oben gesehen) und im Gegenuhrzeigersinn.
Übung 2: Fliegen sie jetzt engere oder weitere Kreise, hängen sie mehrere aneinander.
Übung 3: Sobald das funktioniert, wiederholen sie die ersten beiden Übungen, fliegen sie die Kreise ab jetzt aber mit 10-30 Grad Schräglage.
Übung 4: Fliegen Achten parallel und 90 Grad zum Piloten, Spiralen, Wellenflug (= Richtungswechsel rechts-links-rechts).
Übung 5: Fliegen sie Kreise verschiedenen Durchmessers und bemessen sie den Seitenrudereinsatz und die Schräglage dabei so, dass ihr Modell möglichst wenig schiebt.
Übung 6: Nochmal Kreise, diesmal aber mindestens 5, besser 10 oder 15 direkt nacheinander.
BFP
Übung 1: Markieren sie auf dem Boden einen Punkt (im Sim ein zweites Modell) und fliegen sie Kreise um diesen Punk, mit dem Punkt als Mittelpunkt. Halten sie dabei Geschwindigkeit und Flughöhe konstant und steuern sie Störungen, (Wind etc.) so gut wie möglich aus. Fliegen sie diese Übung solange, bis sie das Modell um den Punkt dirigieren können, ohne dabei an irgendwelchen Steuerschemen herumüberlegen zu müssen.
Übung 2: Fliegen sie Achten, der Mittelpunkt der Acht liegt über dem Markierten Punkt am Boden. Trainieren sie auch hier solange, bis sie die Acht ohne zu Überlegen fliegen können.
Übung 3: Fliegen sie BFP-Übung 1 und 2 erneut, und schauen sie dieses Mal auf den Schatten des Modells und behalten sie das Modell selbst lediglich im Augenwinkel.
Übung 4: Fliegen sie BFP-Übung 1 und 2 erneut, und schauen sie dieses mal auf den Markierten Mittelpunkt des Kreises/Der Acht und behalten sie das Modell im Augenwinkel.
Übung 5: Fliegen sie die Schlaufe auf dem nebenstehenden Bild, die Gerade legen sie dabei über einer Geraden auf dem Boden (Wegrand o.Ä.), die beiden Wendepunkte markieren sie nach Möglichkeit ebenfalls.
Übung 6: Vorbereitung für die Tiefflüge: Fliegen sie in einem abgegrenzten und ebenen Bereich zuerst in Sicherheitshöhe, bis sie sich auch bei engen Kurven und schnellen Richtungswechseln sicher fühlen und keine Verknüppler mehr auftreten. Reduzieren sie dann die Flughöhe schrittweise, bis sie bei ca. einer Spannweite Höhe über dem Boden angekommen sind. Wechseln sie erst auf ein tieferes Level, wenn sie sich sicher fühlen. Das Ziel ist ein Fliegen in genau einer Spannweite Höhe, also nicht irgendein Geschwanke zwischen 0.5 und 1.5 Spannweiten.
Übung 7: Wiederholen sie die Kreise, Achten und die Schlaufe in einer Spannweite Flughöhe.
Übung 8: Fliegen sie ein paar Runden Verfolger im Bauchflug mit Seitenruder.
Übung 9 (AFPD): Fliegen sie BFP-Übung 6 erneut, nehmen sie diesen Flug auf, spielen sie ihn ab und versuchen sie, mit ihrem modell dem Video-Modell so genau wie möglich hinterher zu fliegen. Setzen sie die Hauptsicht dabei anfangs auf das von ihnen gesteuerte Modell, die ganz Harten können die Hauptsicht dann später auf das Video-Modell setzen
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Tipps
| Zu Übung 1-4: Solange sie noch nicht genau spüren, auf welche Seite sie das Seitenruder jetzt ausschlagen müssen, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Geben sie zum einleiten einer Kurve ohne zu überlegen den halben möglichen Seitenruderausschlag in die Richtung, die sie als die Richtige vermuten und schauen sie was passiert. Wenn das Modell das Heck richtig herum nimmt leiten sie die Kurve ein, wenn nicht, dann steuern sie in die andere Richtung und regen sich nicht weiter darüber auf. Wichtig ist hier, dass sie das Seitenruder wirklich mindestens halb ausschlagen, damit sie die Heckbewegung deutlich sehen. Schlagen sie zu wenig aus, irren sich in der Heckdrehrichtung (Windböe) und leiten die Kurve in die falsche Richtung ein, dann schieben sie völlig unglücklich durch die Kurve und drohen vom Himmel zu fallen. | |
| Kurven: Vorsicht bei langsamen,zu engen und flachen Kurven. Das Modell kippt hier gerne über die kurveninnere Fläche ab. Bei engen flachen Kurven wird die kurveninnere Fläche deutlich langsamer angeströmt, so dass die Strömung dort viel eher abreisst. | |
| Disziplin: Ich empfehle ihnen wärmstens, den Bauchflug mit Seitenruder weitestgehend abzuschliessen, BEVOR sie mit dem Kunstflug (Ebene Fluglagen etc.) anfangen. Tun sie das nicht, dann schleppen sie dieses Defizit als Altlast bis weit in den Kunstflug hinein, das Nachträgliche ausbügeln wird dann entsprechend mühsam. |
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Fabian Günther