
3 Bau
3.1 Baukasten
Der Gegenwert von 890 SFR: Alle Einzelteile waren sauber verpackt, ich habe keinerlei Schäden feststellen können. Die Folie war sauber gebügelt und hatte einige wenige Falten. Diese wurden im Laufe des Baus noch grösser, liessen sich aber problemlos wieder rausbügeln.3.2 Die Konstruktion
Das Modell ist in konventioneller Balsa-Sperrholz-Bauweise aufgebaut. Die Teile sind lasergeschnitten und wirken äusserst filigran. Die Konstruktion wirkt extrem durchdacht, jedes nicht an der Festigkeit beteiligte Gramm wurde weggeschnitten. Die Gesamte Konstruktion ist ein Augenschmaus
.
Das einzige was massenmässig nicht so ganz ins Konzept passen will ist der Rumpfdeckel. Zwar absolut sauber verarbeitet, aber derart stabil dass man damit problemlos einen Elefanten erschlagen könnte
. Wenn man bedenkt, dass der Rumpfdeckel selber keine tragende Funktion hat, hätten es auch deutlich dünneres Balsa und einige Spanten und Leisten weniger getan.
3.3 Rumpf
Nach kurzem Überfliegen der Bauanleitung knöpfte ich mir zuerst den Rumpf vor und schnitt dort alle benötigten Ausschnitte aus der Folie. Zum Umbügeln der Kanten ist ein Folienbügeleisen sehr vorteilhaft, ich bin mit meinem riesigen Standardbügeleisen nicht in alle Ecken gekommen. An den Stellen, wo es nichts umzubügeln gab, schnitt ich die Folie bündig mit einer Nagelschere ab und verschmolz die Kanten mit einem über einer Kerze (Weihnachten
) erhitzten Stahldraht.
3.4 Fahrwerk
Nach dem Ausschneiden der benötigten Öffnungen aus dem Rumpf beschloss ich, abweichend von der Anleitung den Rumpf mal auf sein Fahrwerk zu stellen. Ich habe die unschöne Angewohnheit, immer alles mögliche auf dem Basteltisch liegen zu lassen, und da der Rumpfboden nur aus Folie und Balsastreben besteht hätte da wohl so mancher Schraubenzieher seine Initialien reingestanzt. Mit dem Fahrwerk steht der Rumpf sozusagen über der Sache und das Handling verbessert sich merklich.
Im Heck gab es ein kleines Problem. Der Stahldraht des Sporns war in ein 40mm langes CFK-Röhrchen eingeklebt, welches in ein Loch im Seitenruder geklebt werden sollte. Dieses Röhrchen kollidierte mit dem unteren Seitenruderscharnier, so dass ich es auf 25mm Kürzen musste. Danach verdrehte sich natürlich der Stahldraht im Röhrchen, dieses Drehen habe ich vorläufig mit einem U-Bügel aus 0.8mm Stahldraht und etwas Klebeband abgestellt.
Die originalen neonfarbenen Räder des Hauptfahrwerks waren mit Abstand das hässlichste, was ich bisher in Sachen Rädern gesehen hatte, (ich konnte damals ja noch nicht ahnen dass ich die Mühle mal mit $quietschorangen Riesenrädern fliegen würde
). Abgesehen davon standen sie schon nach wenigen Rollmetern übelst schief und begannen bereits nach dem ersten Rollout auszuleiern. Ich habe sie dann durch entsprechend breitere Räder mit weisser Felge ersetzt.
Der 17 Zoll-Prop hatte mit dem originalen Fahrwerk knapp 8mm Luft in Richtung boden und hätte so innert kürzester Zeit seine Initialien in die Landebahn geritzt. Daher habe ich das Fahrwerk mit 20x2mm Aluprofilen um 30mm Verlängert und durch Biegen der Plättchen auch gleich die seltsame Vorspur (beide Räder zeigten bei Original-Fahrwerk ca. 3 Grad nach links...) korrigiert.
3.5 Rumpf, HLW und Tragflächen
Die Tragflächen liessen sich mit dem beiliegenden Steckungsrohr problemlos anstecken, die Öffnungen für die Flächenbolzen Passten perfekt, die Haken kamen (wenn auch knapp) ohne Probleme durch die entsprechende Öffnung und die Flächen passten ohne Spalt. Sauber gemacht
.
Die Höhenruder-Dämpfungsfläche passte beinahe saugend (hier hat Fliton das Maximum aus einer Balsa-Balsa-Passung herausgeholt
) das Ausrichten anhand der eingesteckten Flächen und das Anschliessende einkleben machte keine Probleme. Die Folie an der Klebestelle habe ich mit der Nagelschere entfernt, um eine Schwächung des Balsaholzes an der Schnittstelle, wie sie beim Schneiden mit dem Messer vorkommt, zu verhindern.
Die vorgefrästen Schlitze für die Ruderscharniere musste ich z.T. noch etwas nacharbeiten, um die Scharniere ganz rein zu bekommen. Die beigelegten Kunststoffscharniere (dünne Kunststoffplättchen mit einer art Pappbeschichtung) für die Ruderanlenkung funktionieren wunderbar, einstecken, mit Seku einkleben, hält
. Die beiden Höhenruderhälften sind mittels eines Holzdübels miteinander verbunden, das einkleben dieses Dübels bereitete keine Probleme, die Ruderhälften liessen sich nach dem Trocknen zwar noch leicht gegeneinander verdrehen, das blieb aber im Rahmen.
.
3.6 Cockpitausbau
Beim Cockpit habe ich den Boden rausgesägt, 2cm weiter unten wieder angebracht und dem Cockpit eine Instrumentenbrett und ein Mukla als Piloten verpasst. Das Mukla hat einen Kern aus Styropor, den ich mit Kleister und Zeitung beschichtet und dann mit Plakatfarben bemalt habe. Das komplette Mukla wiegt mit Kopfhörern (Balsa und Blumendraht) 9.5g. Die Kabinenhaube, entlang der vorgegebenen Linie ausgeschnitten, passte perfekt, die Verschraubung mittels 6 Blechschrauben geht schnell, hält und sieht ordentlich aus
.
3.7 Servoeinbau
Als nächstes folgte die Servomontage, die Ausschnitte passten von der Breite her Perfekt für die HS 81, von der Länge her nicht ganz, da musste ich ca 0.5mm nacharbeiten Die Servohalterungen sind allgemein sehr filigran aufgebaut, gerade bei der Servohebelmontage und demontage (die Servohebel sitzen extrem stramm bei den HS81 MG) muss man mit viel Gefühl vorgehen, bei mir hats einige Male bedrohlich geknackt.
3.8 Ruderanlenkung
Die Ruderanlenkung ist das einzig wirklich leidige Thema des ganzen Baus. Anfangs habe ich alles nach Anleitung montiert, was bei Höhenruder und Querruder auch problemlos und ohne Fummelei vonstatten ging. Beim Seitenruder habe ich kurz geknobelt, dies lag aber daran das das meine erste Anlenkung dieser Art war. Beim SR liegen die Ruderösen leider nicht im Drehpunkt des Ruders, was ich mit einem entsprechenden Hebel am Seitenruderservo ausgeglichen habe. Weiter habe ich die Halterung des SR-Servos mit 2 Balsaleisten verstärkt, da sie mir doch etwas wabbelig erschien. Die beiliegenden Klemmstifte habe ich durch 4-Mal längere selbstgebogene aus 1,5mm Stahldraht ersetzt, da die Originalen eindeutig zu wenig Einstellweg hatten. Die Klemmhülsen beim Seitenruderhorn habe ich kurz vor dem Erstflug noch mit Gewebeband ummantelt, sie haben sonst nach Vollausschlag in der Ruderspalte eingehängt (die Kratzspuren sieht man auf dem Bild), das Resultat war ein nicht mehr neutralisierendes Ruder, beim Erstflug wär das eher ungünstig gewesen.
Beim Rudercheck bot sich das befürchtete Ergebnis, Seitenruder war Ok, Höhen- und Querruder kamen auch bei Maximalem Servoweg nicht über 15 Grad hinaus. Nach dem Rollout bewahrheitete sich die zweite Befürchtung, die Muttern, mit denen die Klemmelemente für die Rudergestänge festgeschraubt waren lösten sich und das Gestänge machte sich selbstständig. Für Stoppmuttern war das Gewindeteil der Klemmelemente zu kurz. Ich weiss nicht wie sich das der Konstrukteur des Modells genau gedacht hat, aber ohne zusätzliche Sicherung der Muttern (Loctite, Sekundenkleber) ist das im Flugbetrieb Russisches Roulette.
Loctite hatte ich nicht da, Sekundenkleber hätte das spätere umhängen verhindert und anderwertige Anlenkelemente (Gabelköpfe, Kugelköpfe) hatte ich nicht im Haus. Nach kurzem fluchen kamen mir die Anlenkungen mit gekröpften Stahldrähten wieder in den Sinn. Höhen und Querruder erhielten also längere Servohebel (Sperrholzverlängerung mittels Drachenschnur auf die originalen Hebel genäht und die Schnur anschliessend mit Sekundenkleber getränkt) und Gestänge aus 1.5mm Stahldraht. Beim Seitenruderhebel habe ich die Schrauben der ursprünglichen Klemmelemente mit Sekundenkleber gesichert, jetzt ist Ruhe
.
3.9 Die Motorhaube
Die Haube ist aus GFK und dreifarbig lackiert. Die Farben passen gut zur Folie, die Übergänge fast, Rot-Rot passt, bei Blau-Blau ist zwischen Haube und Rumpf 2mm Versatz. Das fällt aber nicht weiter auf. Die Lackierung ist absolut sauber ausgeführt. Die Haube sehr stabil und dementsprechend etwas schwer.3.10 Motormontage
Nach provisorischem Montieren von Motor, Motorhaube und Spinner stellte ich heraus, dass der Motor ca. 8mm zu hoch und 3mm Zu weit vorne sass. Ich musste also den Motorspant heraussägen und hintendran einen selbstgebauten anbringen. Nach erneutem Montieren von Motor, Haube und Spinner war ich positiv überrascht, zwischen Spinner und Haube war rundherum ein konstant 0.5mm breiter Spalt, die Entwickler haben also bei der Haube Sturz und Zug absolut passend berücksichtigt
.
3.11 Akkubrett
Das beiliegende Akkubrett wirkte zwar sehr filigran, ich war aber zuversichtlich, das es halten würde. Leider verdeckte das Montierte Akkubrett die inneren Fahrwerksschrauben, und da ich aus Transportgründen zwingend auf ein abnehmbares Fahrwerk angewiesen war und beim originalen Akkubrett kein nicht genügend Restmaterial nach dem entsprechenden Aussparen geblieben war habe ich mir aus 2mm Sperrholz ein Neues gesägt. Der Akkus ist darauf mit Klettband befestigt (auf der Unterseite des Akkus ist das entsprechende Gegenstück zum Klettboden des Akkubretts aufgeklebt).
3.12 Dekorbogen
Dem Baukasten liegt ein Dekorbogen bei. Die vorgesehenen Sterne habe ich weggelassen, die haben mir nicht so sonderlich zugesagt. Ohne Dekor sah das Modell so aus: Das Dekor habe ich mithilfe von Seifenwasser aufgebracht (Seifenwasser auf die Folie, Dekor drauf, in die richtige Position drücken, Blasen nach aussen hin wegdrücken und trocknen lassen).3.13 Fertigstellung
Schwerpunkt
Den Akku musste ich ganz nach vorne packen, um genau die Mitte zwischen vorderster und hinterster Schwerpunktlage zu treffen. Leute, die einen leichteren Akku verwenden und eine vordere Schwerpunktlage fliegen kommen wohl nicht drumherum das Höhenruderservo nach vorne zu holen, um den Schwerpunkt ohne Blei einhalten zu können.
Ruderausschläge
Für den Erstflug stellte ich die maximal möglichen Ausschläge ein, Querruder, Höhenruder und Seitenruder je ca. 55 Grad. Diese konnte ich dann mittels Dualrate halbieren, fürs Expo wählte ich 30% auf Höhen- und Querruder.
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Fabian Günther