
2 Flugeigenschaften
... mit dem Schwerpunkt bei 100mm.
Bodenstart
Der Bodenstart bereitet auch auf holprigem Untergrund keine Probleme, Modell aufstellen, Gas rein und nach 10-15m abheben. Leistung ist dafür genug da, Ausbruchstendenzen sind, sofern überhaupt vorhanden, gut beherrschbar.
Handstart
Der Handstart 60 Grad nach oben (geradeaus würde ich das Ding nie und nimmer werfen...) geht absolut problemlos, wer einen Shocky werfen kann kann auch die AJ-Extra werfen. Näheres zum Handstart finden sie hier.
Harrierlandung
Das von mir modifizierte Fahrwerk scheint die Belastungen bei der Harrierlandung dauerhaft auszuhalten, mit dem Originalfahrwerk bin ich nur ein Mal im Harrier gelandet, ich denke aber dass das auf ebenem Untergrund ebenfalls dauerhaft hält.
Langsamflug, Abreisseigenschaften
Motor aus und im Horizontalflug durch ziehen Geschwindigkeit abbauen: Das Modell geht in einen Sackflug über, der nach loslassen des Höhenruders nach 3-5m beendet ist.
Wenig Gas und mit Höhenruder in der Horizontalen aushungern: Durchsacken, nach loslassen des Höhenruders Stabilisierung nach 3-5m.
Langsame enge Kurven ohne Seitenruder. Rechtskurve: Zurückkippen in die Horizontallage oder langsames Abkippen über die kurveninnere Tragfläche, Höhenverlust beim Abkippen 5-10m. Linkskurve: Seltener Zurückkippen in die Horizontallage, meist Abkippen über die kurveninnere Tragfläche.
Langsame, enge und flache Kurven mit viel Seitenruder: Schlagartiges Abkippen über die kurveninnere Fläche, 2-15m Höhenverlust.
Wenn strömungstechnisch wirklich alles im Arsch (=abgerissen) ist, was abreissen kann, dann benötigt die Extra problemlos 20m senkrechten Sturzflug, bis sich die Strömung wieder angelegt hat und das Modell wieder "ansprechbar" ist.
Den drohenden Strömungsabriss zeit sie sehr früh durch Weichwerden der Querruder (Pendeln um die längsachse, verzögerte QR-Wirkung, nachdrehen um die Längsachse, extreme Böenempfindlichkeit) an.
Abriss im Looping
Der Abriss bei zu engen Loops ist absolut gutmütig (vorausgesetzt die Maschine hat weniger als 10 Grad Neigung um die Längsachse), im Positiv- wie im Negativlooping sind keinerlei Wegdrehtendenzen zu bemerken, die Maschine sackt lediglich durch.
Gleitflug ohne Motor
In der Horizontalen ist die Gleitzahl gut (geschätzt 1:7), in weiten Kurven noch erträglich, bei engen Kurven (unter 6m Radius) gehts dann aber wie im Fahrstuhl abwärts.
Bauchflug
Die Maschine braucht in der Horizontalen recht wenig Gas, in der Kurve deutlich mehr. In den Kurven wird ohne Fahrwerksplatten nur sehr wenig Seitenruder benötigt, Kurven mit zu viel Seitenruder ergeben ein ungelenkes Geschiebe, Kurven ohne Seitenruder gehen problemlos. Mit den Fahrwerksplatten wird deutlich mehr Seitenruder benötigt, langsame Kurven ohne Seitenruder gehen nicht mehr, mittelschnelle und schnelle Kurven gehen.
Rückenflug
Mit dem Schwerpunkt bei 90mm muss man auf dem Rücken noch ordentlich drücken, Kurven gehen subjektiv etwas einfacher und flüssiger als im Bauchflug, das kann aber auch täuschen.
Messerflug
Benötigt ohne Fahrwerksplatten im Vergleich zum Shockflyer sehr viel Seitenruder, nach oben Wegsteigen geht nur mit vollem Seitenrudereinsatz, der Messerfluglooping geht nur Riesengross. Allerdings haben sich die Messerflugeigenschaften mit weiter nach hinten rückendem Schwerpunkt kontinuierlich gebessert, da geht also noch was
. Mit den Fahrwerksplatten klebt das Modell förmlich in der Luft, Aufrichten via Messerharrier ins Torquen geht auf ca. 30m Flugstrecke.
Rollwendigkeit
Deutlich höher als beim Shockflyer, mit den neuen, steiferen Querruderanlenkungen kommen die Querruderreaktionen brutal direkt, Rollrate bei 2/3-Gas geschätzte 2 Rollen/Sekunde.
Harrier
Im Harrier bis 45 Grad Anstellwinkel fliegt das Modell sehr gutmütig, das Pendeln ist sehr schwach ausgeprägt und lässt sich problemlos korrigieren. Die Querruderwirkung ist geringer als beim Shocky, logisch, die Querruder sind im Vergleich zur den Tragflächen auch kleiner. Über 45 Grad Anstellwinkel wird der Harrier deutlich anspruchsvoller, das Pendeln ist sehr stark und die Figur erfordert ständige und schnelle Ruderkorrekturen. Speziell bei engen Kurven ist die Fehlertoleranz sehr gering, wenn an sich da verknüppelt dann gehts abwärts
.
Hovern/Torquen
Im Hovern und Torquen verzeiht das Modell deutlich weniger Fehler als ein Shocky, speziell auf dem Seitenruder ist bei mehr als 30 Grad Schräglage Essig mit Wiederaufrichten. Das bekommt man aber in den Griff, hier ist einfach üben angesagt
. Die Querruderwirkung reicht zum sicheren Hovern aus, drehen entgegengesetzt zum Drehmoment ist bei Querruder-Vollausschlag zuverlässig möglich.
Rollenharrier
Bei hohen Rollraten (0.7 Rollen/Sekunde oder mehr) fliegt die Maschine recht stabil, bei langsamen Rollen ist sie aufgrund des Auftriebsunterschiedes Flächenharrier:Messerharrier sehr kippelig. Mit Fahrwerksplatten ist der Rollenharrier deutlich ruhiger. Der Rollenharrier mit den Drehmoment gelingt deutlich einfacher und flüssiger als der Rollenharrier gegen das Drehmoment.
Senkrechter Sturzflug
Beim senkrechten Sturzflug mit maximal bremsendem Antrieb habe ich wegen einem nachträglich eingebauten Steckungsrohr mit Untermass nach ca. 50m Tragflächenflattern bekommen (Amplitude +-10cm am Randbogen, Frequenz ca. 3 Durchgänge/Sek.). Die Extra ist aber heil geblieben, seither habe ich den senkrechten Sturzflug immer nach spätestens 30m Abgebrochen. Mit einem saugend passenden Steckungsrohr sollte sie ihn aber eigentlich auch dauerhaft aushalten...
Trudeln
Geschwindigkeit reduzieren, bei beginnendem Durchsacken Seitenruder rein, die Maschine reisst schlagartig über die kurveninnere Fläche ab und geht blitzschnell ins Trudeln. Solange das Seitenruder ausgeschlagen und das HR leicht gezogen bleibt bleibt sie im Trudeln, Querruderunterstützung ist nicht notwendig. Rotationsgeschwindigkeit im Trudeln ca. 1.5 Umdrehungen/Sekunde, Modellschwerpunkt ca. eine viertel Spannweite von der Drehachse entfernt. Nach Neutralisieren aller Ruder dreht sie knapp eine Umdrehung nach und geht anschliessend in den senkrechten Sturzflug über.
Wenn man zu früh Seitenruder gibt (also bevor die Maschine sichtbar durchsackt) dann geht die AJ-Extra ebenfalls über die Kurveninnere Tragfläche weg, geht dann aber nach einer viertel Drehung in einen stabilen Slip statt ins Trudeln.
Sackflug
Ist fliegbar, leichte Pendelneigung um die Längsachse. Bei ruckartigen Querruderkorrekturen oder Schräglagen über 30 Grad um die Längsachse kippt sie ab.
Motorleistung
Für dynamischen Kunstflug reicht die Leistung gut, mit Anlauf ist die senkrechte Steigrate sehr ordentlich. Im 3D ist die Leistung ausreichend, das Beschleunigen aus dem Torquen ist bei 60 Prozent leerem Akku aber nicht mehr sonderlich kraftvoll.
Dynamik, Durchzug
Für einen Shockflyer-Umsteiger wie mich: Absolut irre. Weich, ruhig, kraftvoll, atemberaubend. Schon ein Looping wird zum Erlebnis. Da hat man endlich mal was anständiges am Knüppel
.
Details
Da die Extra als Beispiel für den Umstieg vom Shocky auf ein Holz-Kunstflugmodell herhalten musste finden sie auf der Seite Modellwechsel: Shockflyer -> AJ-Extra detailiertere Informationen zum Flugverhalten der Extra.
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Fabian Günther