
3 Tipps zum Simulatortraining
Markierungen (AFPD)
Um sich für das Figurentraining einen Bezugspunkt zu schaffen, können sie diesen mit einem Simulatormodell markieren. Fahren/Fliegen sie dazu an die entsprechende Stelle, platzieren sie das Modell dort so wie sie es möchten und nehmen sie einen 2 Sekunden-Film dieses Modells auf (zum Starten und Stoppen der Aufnahme jeweils die Taste "R" drücken). Nach Beenden der Aufnahme platziert der AFPD eine Kopie ihres Modells an der Stelle, an der die Aufnahme beginnt, gleichzeitig können sie mit ihrem Modell ganz normal weiterfliegen. Diese Kopie ist ab jetzt ihre Markierung (welche auch bei Abstürzen erhalten bleibt
).
Verfolger (AFPD)
Laden sie im AFPD eine 3m 3D-Maschine und eine 3D-Landschaft mit Gebäuden ("USA" etc.). Fliegen sie im Verfolgermodus in einer bestimmten Fluglage durch die Häuserschluchten hindurch, später auch zwischen Brückenpfeilern und versuchen sie auf den Hausdächern oder an den Wänden zu landen. Diese Verfolgungsflüge sind ein hervorragendes Koordinationstraining.
Die Ruderausschläge müssen sie in der Verfolgerposition etwas reduzieren und das Expo ordentlich hochschrauben, mit den Einstellungen aus der "fester Beobachter"-Position fliegt das Modell eindeutig zu agil.
Fliegen sie zuerst in die Stadt hinein, landen sie auf einer Strasse und drücken sie die "Position-Merken"-Taste. Nach einem Crash positioniert der AFPD das Modell dann wieder an dieser Stelle, so dass sie nicht nach jedem Crash den ganzen Weg vom Flugplatz zur Stadt fliegen müssen.
Typ 2-Piloten
Wenn sie in Echt automatisch so fliegen wie am Sim und nichts dagegen tun können (Typ 2-Pilot) dann müssen sie m Simulator zwangsläufig die gleichen Flugregeln beachten wie im Echtflug auch. Hierzu noch ein paar Tipps:
| Um die Orientierung behalten zu können brauchen sie bei ebenen Fluglagen/Figuren immer den Boden im Blickfeld. Stellen sie daher im AFPD das "Blickfeld" auf 0.00 (= Bildzoom so klein wie möglich) und die "Modellhöhenabhängige Kameraführung" auf 100 Prozent (= Je höher das Modell fliegt desdo näher fliegt es am oberen Bildschirmrand, folglich hat man unten länger den Boden im Bild. | |
| Auch mit diesen Massnahmen ist das Modell in Sicherheitshöhe schon recht klein. Verwenden sie daher einen möglichst grossen Bildschirm mit guter Auflösung, stellen sie die Grafik-Qualität aufs Maximum, schalten Sie die "Modellreflexionen" ein und setzen sie sich relativ nahe vor den Bildschirm. | |
| Öffnen sie für das Fliegen auf Sicherheitshöhe im AFPD gelegentlich die "Fluginfo", lassen sie sich dort nur die Flughöhe anzeigen und verschieben sie das Fluginfo-Fenster mit der Maus direkt neben das fliegende Modell, so dass sie die Flughöhe im Flug problemlos kontrollieren können. | |
| Die Flughöhe und die ganzen anderen Regeln am Sim konsequent durchzuziehen erfordert einiges an Überwindung. Schreiben sie sich zur Kontrolle in ihr Flugtagebuch neben den am Sim geflogenen Minuten/Stunden jeweils auch die Anzahl Abstürze auf (Bodenberührungen, bei denen ein echtes Modell im Gegensatz zum Sim-Modell kaputt gegangen währe zählen ebenfalls als Abstürze). Das Ziel ist dabei, längerfristig absturzfrei zu fliegen, bei mehr als einem Absturz pro Flugstunde sollten sie dringend ihre Trainingsmethoden überdenken. |
Oft genug in Echt fliegen
Fliegen am Simulator unterscheidet sich bezüglich Risikobereitschaft des Piloten (es kann ja nichts kaputt gehen...) und Handling des Modells (Aufbau, Abbau und Wartung des Modells fehlen, kleine Schäden nach einer harten Landung, ausleiernde Anlenkungsteile und die vielen anderen kleinen Ekligkeiten ebenfalls) deutlich vom Fliegen in echt. Sorgen sie daher dafür, das auf eine Flugstunde Simulator mindestens 5 Minuten, besser 15 Minuten Echtflug kommen. So können sie das am Sim gelernte regelmässig auf ihr echtes Modell in Übertragen, bleiben mit dem Modell vertraut und laufen weniger Gefahr, sich nach mehrstündigem Simulatortraining in echt gnadenlos zu überschätzen
.
Mit der Panik in echt umgehen
Gegen die Absturzangst in Echt ("Aber am Sim gings doch so gut und in Echt bin ich vor lauter Panik wie gelähmt...") helfen möglichst viele Flugstunden in Echt. Nehmen sie sich viel Zeit für ein neues Modell und machen sie sich mit seinen Eigenschaften, Vorzügen und Grenzen vertraut. Das Vertrauen in das Modell kommt dann mit der Zeit von ganz alleine, bei den einen geht das schneller, bei den Anderen dauert das recht lange. Aber irgendwann klappt es.
Fluggeräusche ergänzen
Um die bescheidene Geräuschkulisse des Simulators etwas aufzupeppen empfehle ich folgendes: Stellen sie den Ton gerade so laut dass sie ihn noch zuverlässig hören können, lassen sie ihn über Lautsprecher (schlechte Lautsprecher wie z.B die eingebauten im Laptop eignen sich fast besser als eine High-End-Anlage) und keinesfalls über Kopfhörer laufen und machen sie das Fenster auf, so dass Umweltgeräusche zu ihnen dringen können. Eine weitere Möglichkeit ist das Training mit dem Laptop irgendwo in freier Wildbahn, im Wohnzimmer oder sonst an einem Ort wo ein bisschen was los ist. Hier sollten sie (aus Rücksicht auf die anderen) den Motorensound per Kopfhörer hören, verwenden sie dann aber nach Möglichkeit einen Kopfhörer der möglichst viele Umgebungsgeräusche noch durchlässt (keine Ohrenstöpsel!).
Die Modellwahl
| Legen sie Sich einen "Modellpark" von 3-4 Modellen zu, die einen möglichst breiten Bereich an kunstflugfähigem Gerät abdecken. Wählen sie dann für das STP einer Figur/Fluglage/Flugprogramm ein Modell aus und ziehen sie das STP mit diesem Modell durch. Sobald das STP funktioniert können sie das BFP abwechselnd mit dem gesamten "Modellpark" fliegen, so dass sie es am Schluss mit allen Modellen in etwa gleich gut beherrschen. | |
| Mit dieser Vorgehensweise stressen sie ihr Gehirn während dem schwierigen STP nicht mit ständigen Modellwechseln und können andererseits das Steuerschema im BFP "verbreitern", so dass sie es dann mit verschiedensten Modellen fliegen können. Je verschiedener diese Modelle sind, desdo einfacher fällt dann auch die Umsetzung des gelernten in Echt. | |
| Mein "Modellpark" im AFPD besteht aus einem Slowflyer (Slowride), einer 1.5m Kunstflugmaschine, einer 3m-Kiste (Extra oder Yak) und einem F3A-Modell bzw. einem Jet. |
Der Pausenfüller
Durch die kurze Aufrüstzeit eignen sich Flugsimulatoren hervorragend, um kleinere und grössere Pausen zu füllen. Drehen sie doch, anstatt fernzusehen oder planlos im Internet zu surfen, lieber eine kleine Runde im Sim. Selbst wenn das nur 5 Minuten sind, mit der Zeit kommt da einiges an Flugzeit zusammen und sie haben sicher mehr davon als wenn sie in der Zeit zappenderweise vor der Glotze versauern würden
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Schummeln
Verkneifen sie sich, am Sim zu bescheissen. Sorgen sie dafür dass ihr Bild nicht ruckelt (dann bewegt sich das Modell langsamer und somit einfacher) setzen sie die Simulationsgeschwindigkeit auf 100 Prozent und fangen sie gar nicht erst an, in heiklen Situationen die Pausetaste zu betätigen, die haben sie nämlich in Echt nicht.
Rechtzeitig Aufhören
Versuchen sie auch nicht so lagne zu fliegen bis es knallt. Durch die fehlende Modellbeschädignung beim Absturz verleitet sie der Simulator geradezu zum sehr riskanten fliegen, aber Modelle kann man auch im Sim kontrolliert landen
und davon sollten sie Gebrauch machen. Landen sie alle 5-10 Minuten, lüften sie den Kopf kurz durch und machen sie dann weiter. Auch am Sim sollten sie irgendwann gleich viele Landungen wie Starts hinlegen können
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Steuerung
Modellflugsimulatoren bieten heute die Möglichkeit, das Modell mit dem Sender zu steuern. Alle anderen Steuerungsarten (Joysticks, Tastatur....) gehen zwar grundsätzlich, sind aber zum fortgeschrittenen Training nicht geeignet. Benutzen sie zum Training daher immer einen Sender, am besten den den sie sonst auch zum Fliegen in Echt verwenden. Sollte das nicht möglich sein, dann benützen sie einen mit der gleichen Ergonomie (gleiche Abmessungen, gleiche Federhärte bei den Knüppeln etc.).
Aufzeichnen von Flügen
Der AFPD bietet die Möglichkeit, Flüge aufzuzeichnen. Wenn sie glauben, eine Figur wirklich zu beherrschen, dann nehmen sie mal in einer 3D-Landschaft eine 60 Sekunden-Spanne auf. Schauen sie sich diese anschliessend im Beobachtermodus an. Wenn sie immer noch das Gefühl haben, das sähe gut aus, packen sie sich beim nächsten mal Anschauen im Verfolgermodus hinter das Modell. Sie werden erstaunt sein, was sie da teilweise noch für eine Kacke zusammmensteuern
.
Das Gas
Gehen sie bei einem Absturz sofort vom Gas. Es ist zwar am sim recht bequem, das Gas durchlaufen zu lassen und nach Neupositionierung direkt mit dem passenden Gas zu starten, allerdings ist die Angewohnheit in Echt fatal. Wenn sie da bei einem Absturz den Motor laufen lassen dann zerreisst es ihnen den Antrieb.
Wind beim Fluglagentraining
Fliegen sie das STP für eine Fluglage ausschliesslich bei Windstille. Sobald sie dann eine BFP-Übung bei Windstille beherrschen drehen sie die Windgeschwindigkeit hoch und üben sie weiter, bis sie die BFP-Übung bei allen vier Windrichtungen und bei verschiedenen Windstärken sicher fliegen können.
Wind beim Programmflug
Fliegen sie die ersten Durchläufe eines Programms immer bei Windstille. Sobald das Programm erkennbar ist und sie aus keiner Figur mehr herausfallen, können sie sich abwechselnd einerseits bei Windstille an die Detailarbeit machen und andererseits die Korrekturen bei Wind aus allen vier Windrichtungen in unterschiedlichen Stärken verinnerlichen.
Turbulenzen
Obwohl die Turbulenzen am AFPD grauenhaft schlecht programmiert sind eignen sie sich doch ganz gut, um das Aussteuern der echten Turbulenzen zu trainieren. Eingesetzt werden sie dabei beim Fluglagentraining und beim Programmflug gleich wie der Wind, gerade bei 3D-Fluglagen profitiert der Pilot sehr stark von gelegentlichem Turbulenztraining.
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Fabian Günther