
3 Die Modellreihe
Die Verschiedenen Möglichkeiten für den Einstieg habe ich auf der Seite Wichtige Hinweise für Einsteiger, Seite 2 bereits kurz dargestellt. Im Folgenden möchte ich die Variante "Simulator" genauer beschreiben.
3.1 Modell 1: Der Simulator
Die Grundfertigkeiten, um selbst einen neutral fliegenden Dreiachser (gutmütiger Strömungsabriss vorausgesetzt) in der Luft zu halten erlernt der Durchschnittspilot relativ schnell. Die ganz Fixen habens nach 3-4 Flugstunden schon drauf, Andere benötigen einige Dutzend Flugstunden. Am Simulator werden sie dabei anfangs bei jedem Fehler abstürzen, da das Modell aber bereits wenige Sekunden später wieder abflugbereit auf der Piste steht stört das hier nicht. Ausserdem kann man am Simulator unabhängig von Wetter und Akkus bequem Flugstunden fressen und kann sich so die Flugfertigkeiten innert kürzester Zeit (wenige Wochen, wenn sie ordenlich Gas geben
) aneignen.
Informationen auf meiner Seite:
Bauchflug. Eine Trainingsanleitung zum Erlernen des Bauchflugs am Simulator. Mit Figurenbeschrieb, Steuerschemen und Übungen.
Modellflugsimulatoren. Praktische Tipps und Hintergründe zum Training mit Modellflugsimulatoren.
3.2 Modell 2: Die Schaumwaffel
Das Modell
Ihr erstes reales Modell wird entweder ein Standard- oder ein vergrösserter Shockflyer aus Depron oder ein ähnlich grosses EPP-Modell. Einige Beispiele:
Knuffel V2: Ein 83cm spannender Standardshockflyer mit sehr guten Flugeigenschaften und sehr guter Bauanleitung: www.slowflyworld.de
-> Rubrik "KNOW-HOW / PLÄNE"
Music-Bubble: 80cm-EPP-Slowflyer: http://www.slowflyer.ch
. Mit einigen gezielten Strapping-Tape-Streifen auf Rumpf und Fläche ist das Teil ordentlich robust und fliegt gut.
Yak 55 Nr.3, Seite 2: Die Geometrie kommt von den Standard-Shockys, nur ist hier alles ein bisserl grösser.
Weitere Modelle mit ähnlichem Flugverhalten scheinen der Rock und der X-Rock von Effektmodell
zu sein. Ich habe sie selber noch nicht geflogen. Weitere Informationen finden sie über die Forumssuche im RcLine-Forum, zu beiden Modellen existieren da bereits mehrere Threads.
Der Umstieg
Auf der Seite Bauchflug habe ich auch einige Tipps zum Erstflug nach dem Simulatortraining gesammelt.
Bemerkungen
Durch das strukturierte Simulatortraining und den den Einstieg mit einem voll kunstflugtauglichen Modell erlernt man extrem viel Flugkönnen in kürzester Zeit.
Shockflyer sind fast überall fliegbar, lange Anfahrtswege zu Modellflugplätzen entfallen.
Das Üben benötigt Disziplin, jede Form von Übermut oder Selbstüberschätzung führt anfangs zum Absturz.
Die Fliegerischen Fähigkeiten sind anfangs deutlich weiterentwickelt als das Gefühl für die eigenen Grenzen und die Flugerfahrung. Dies kann beim Umstieg auf grössere Modelle zu heiklen Situationen führen.
3.3 Modell 3: Der Trainer
Das Modell
Ein "Trainer" ist ein Holzmodell mit ca. 1.5m Spannweite, 1.1m Länge und einer Masse von 2-2.5kg. Diese Modelle sind einfach aufgebaut, robust und zuverlässig. Vom Flugverhalten her liegen sie genau zwischen einem Shockflyer und einem Modellkunstflugzeug, Trägheit, Durchzug und Gleitwinkel gehen in richtung Modellkunstflugzeug, das Verhalten beim Strömungsabriss bleibt jedoch noch angenehm, (nicht so angenehm wie bei einem Shockflyer, aber weit weniger giftig als eine Kunstflugmaschine).
Die entscheidung für ein Trainerkonzept hängt davon ab, wie das spätere Modellkustflugzeug motorisiert sein soll und wie lange man Seinen Trainer einsetzen will.
Die Späteren Ambitionen Sind noch nicht ganz klar/Der Trainer soll einige Jahre eingesetzt werden. Hier empfiehlt sich ein normal ausgerüsteter trainer, wahlweise mit Elektromotor (falls einschränkungen wegen lärm etc. vorliegen) oder mit Verbrennungsmotor (wenn "Flugstundenfessen" angesagt ist). Derartige Trainer gibt es zu hunderten, einer der bekanntesten ist wohl der Trainer Calmato 40 von Kyosho (Kyosho
-> Produkte -> Flugzeuge -> Calmato Serie).Das Nächste modell wird ein Elektro-Kunstflugmodell mit 2-2.5kg, der Trainer ist nur eine Zwischenstation mit einem Halben Jahr einsatzdauer. Hier kann man ebenfalls einen der 1.5m ARF-Trainer nehmen und in diesen die komponenten des späteren Elektro-Kunstflugmodells einbauen. Das Nächste modell wird ein Elektro-Kunstflugmodell mit 1.3-1.5kg, der Trainer ist nur eine Zwischenstation mit einem Halben Jahr einsatzdauer. Mit einem 1.5m-Trainer ist ein solcher antrieb doch überfordert, hier muss man sich nach einem etwas leichteren modell (1.5-2kg) umsehen. Auch selbst bauen ist kein Hexenwerk, da trainer geometrisch sehr einfach gestrickt sind. Das Nächste modell wird ein Verbrenner-Kunstflugmodell Hier bin ich überfragt da ich nicht weiss, in wie fern man in einen Trainer einen Kunstflugmotor einbauen kann.
Der Umstieg
Der Umstieg von Shockflyern auf einen Trainer ist etwas kniffelig (strömungsabriss, dynamik, gleitwinkel), aber mit einem erfahrenen piloten, der bei den ersten flügen hinter einem steht und anfangs die Landung übernimmt, problemlos machbar.
Da ich von den Shockflyern direkt auf die AJ-Extra umgestiegen bin kann ich zum Thema Trainer (leider) nichts konkretes erzählen. Ich denke aber, dass die Tipps von der Seite Modellwechsel: Shockflyer -> AJ-Extra für Trainerpiloten auch brauchbar sind.
Bemerkungen
Durch das strukturierte Simulatortraining und den den Einstieg mit einem voll kunstflugtauglichen Modell erlernt man extrem viel Flugkönnen in kürzester Zeit.
Shockflyer sind fast überall fliegbar, lange Anfahrtswege zu Modellflugplätzen entfallen.
Das Üben benötigt Disziplin, jede Form von Übermut oder Selbstüberschätzung führt anfangs zum Absturz.
Die Fliegerischen Fähigkeiten sind anfangs deutlich weiterentwickelt als das Gefühl für die eigenen Grenzen und die Flugerfahrung. Dies kann beim Umstieg auf grössere Modelle zu heiklen Situationen führen.
Hinweis: Ich selber bin direkt von den Shockflyern auf ein Kunstflugmodell umgestiegen, den Trainer habe ich weggelassen, da mir damals nicht so recht klar war für was ein Trainer gut sein sollte. Nach den ersten Flügen mit der AJ-Extra merkte ich es dann sehr schnell. Daher würde ich denen, dies nicht grade extrem eilig haben doch dringend empfehlen sich vor dem Kunstflugmodell einen Trainer zu schnitzten.
Das Problem
Nach dem Grundflugprogramm können sie schon recht gut fliegen. Zwei wesentliche Sachen fehlen ihnen allerdings noch:
1. Die Landung: Sie können nach dem Grundflugprogramm mit Shockys weder eine vernünftige Landeeinteilung machen (Shockys kommen wegen dem grauenhaften Gleitwinkel immer irgendwie runter) noch wirklich weich aufsetzen (Shockys halten ja fast alles aus, deshalb gibt man sich auch nicht wirklich Mühe), ausserdem sind ihre Reaktionen im Landeanflug recht langsam (Shockys fliegen langsam). Die erste Landung mit einem Grossen wird daher ohne Vorbereitung mit ziemlicher Sicherheit ein Aufschlag
.
2. Der Strömungsabriss: Ein Shockflyer bleibt auch nach dem Strömungsabriss noch steuerbar, die Strömung legt sich auch schnell und brav wieder an. Bei den Grossen braucht die Strömung ordentlich Zeit zum Wiederanlegen, die Steuerbarkeit nach dem Abriss ist praktisch nicht mehr vorhanden.
Der Weg aus der Misere
Wenn sie diese beiden Punkte beachten und beim Umstieg sorgfältig vorgehen dann ist auch dieser Wechsel ohne Absturz zu schaffen. Tipps zum Wechsel finden sie auf der Seite Modellwechsel: Shockflyer -> AJ-Extra, die beim Wechsel "95cm-Shockflyer -> AJ-Extra" beschriebenen Effekte und Methoden gelten auch für den Wechsel "95cm-Shockflyer -> Trainer", allerdings ist der Umstieg beim Trainer deutlich weniger heftig.
Das Schnellverfahren
Wenn sie von einem erfahrenen Modellpiloten unterstützt und ev. ans Lehrer-Schüler-System genommen werden können sie den Umstieg direkt mit dem Kunstflugmodell absolvieren und den Trainer überspringen. Auch in diesem Fall möchte ich ihnen meine Tipps zum Modellwechsel: Shockflyer -> AJ-Extra ans Herz legen
.
Der Trainer
Wenn sie sich alleine durchbeissen dann empfehle ich ihnen wärmstens, sich für die ersten Flugstunden mit den Grossen einen einfachen Trainer zu stricken (oder gebraucht zu kaufen) in den die Komponenten für das spätere Kunstflugmodell reinpassen. Falls sie den Trainer selber bauen können sie die Tragflächengeometrie und die Rudergrössen vom späteren Kunstflugmodell übernehmen, den Rumpf machen sie deutlich schlanker und dadurch stabiler, die Flächen schnallen sie mit Gummis oben auf den Rumpf.
Ein solcher Trainer fliegt sich ähnlich wie das spätere Kunstflugmodell, durch die geringe Rumpfseitenfläche zwar schlechter im Messerflug (dies lässt sich durch Depronstreifen an Rumpf und Fahrwerk teilweise kompensieren) und aufgrund der Hochdeckeranordnung nicht wirklich neutral, aber zum Üben reicht das. Der entscheidende Vorteil des Trainers ist jedoch seine Robustheit, mit so einem Gerät könne sie auch mal eine Landung verhauen, ohne dass ihnen gleich alles auseinanderfällt.
Mit diesem Trainer können sie in aller Ruhe alle Fluglagen, die sie vom Shockflyer her kennen übertragen, das Verhalten beim Strömungsabriss erkunden und auch ohne grosse Reparaturorgien die Landung trainieren. Beim anschliessenden Umstieg auf das Kunstflugmodell sollten sie dann keine grösseren Überraschungen mehr erleben.
3.4 Modell 4: Das Kunstflugzeug
Nach dem Trainer (oder für die ganz Harten nach dem Shockflyer
) kommt das erste ausgewachsene Modellkunstflugzeug. Im Prinzip könnte das auch schon eine 2x2m-Kiste sein, 1.3-1.5m tuns aber genauso, diese Grösse ist handlich, Wildflugtauglich (da Handstart- und Harrierlandefähig) und wenn die Kiste trotz allem mal runterfallen sollte kostets weniger als bei ein 2x2m-Modell.
Die adaption der Flugmanöver vom Trainer auf das Kunstflugmodell sollte kein grosses Problem mehr darstellen, sie werden vielmehr über das neutrale Flugverhalten und die ansprechende Optik erfreut sein.
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Fabian Günther